Ich melde mich kurz um euch auf dem Laufenden zu halten

Es gibt ausnahmsweise mal keine schlechten Nachrichten. Es läuft alles wie geplant so vor sich hin. Meine Pumpe läuft und läuft und bereitet mir keinen Stress. Nur heute Morgen als sie meinte um sieben Uhr, den vollen Alarm schlagen zu müssen, kurz vor meinem Wecker. Ich wäre fast aus dem Bett geplumst. Die Pumpe war leer, fast 4 Stunden früher als die Ärzte errechnet hatten und mich zum Pumpenwechsel ins Krankenhaus bestellt hatten. Ich also raus aus dem Bett, unter die Dusche, Taxi bestellt und ab zum UKM. Der nächste Pumpenwechsel ist dann Sonntag und ich hoffe nicht, dass mir das Gleiche passiert. Die Ärzte sind zuversichtlich, dass ich in Ruhe aufstehen kann, da sie das dann jetzt noch mal anders berechnet haben. Ich bin gespannt…

Die Therapie vertrage ich weiterhin gut. Ich bin zwar nach wie vor etwas müder und vor allem körperlich schlapper, aber wenn man bedenkt, was in meinem Körper gerade so alles vor sich geht und wie der gerade gegen die Leukämie zu kämpfen hat, dafür bin ich doch ziemlich fit. Ansonsten vegetiere ich weiterhin alle 2 Tage für mehrere Stunden in der Klinik herum, aber damit komme ich nun auch besser zurecht. Ich werde immer erfinderischer um mir die Zeit zu vertreiben und kann manchmal sogar etwas Sinnvolles tun.

Was die erneute Pause meiner Ausbildung angeht, finde ich mich langsam damit ab. Was bleibt mir denn auch? Vielleicht ist es auch Resignation oder vielleicht akzeptiere ich es auch einfach. Es ist wie es ist, ich kann es nicht ändern. Ich habe keinen Einfluss mehr darauf. Wie auf so Vieles in den letzten 2 Jahren.

Ansonsten versuche ich das Beste aus der Zeit bis zur Transplantation zu machen. Ich genieße alles was man so genießen kann. Ich genieße das Essen. Vor allem während der Isolation bei der Transplantation aber auch noch in den Monaten danach, werde ich wieder sehr eingeschränkt sein, mit dem was ich essen darf. Also wird jetzt noch mal ordentlich gegessen und genossen. Ich genieße kleine Spaziergänge, die Bäume, die langsam grüner werden, die Blumen, die man überall entdecken kann und die Sonne, wenn sie sich zeigt und mir mein Gesicht wärmt. Ich genieße die Besuche von Freunden, einen kleinen Grillabend oder einfach einen leckeren Kaffee. Jeden Tag aufs Neue, genieße ich mein eigenes Bett, mein Kissen und meine eigene Dusche. Ich freue mich über kleine Nachrichten und die vielen Anrufe. Es sind die alltäglichen Kleinigkeiten, die ich nun zu etwas Besonderem mache und die ich nun genieße. Ich genieße jede Freiheit, die ich jetzt noch habe.

 

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